Jahres-Evaluation
Die Ausbildungsteilnehmer der APP KÖLN äußerten sich in Bezug auf ihre Ausbildung insgesamt zufrieden („APP-Köln“, „Gesamtbeurteilung“). Dabei schätzen die Ausbildungsteilnehmer vor allem den praktischen Teil („praktische Ausbildung“) mit der sehr zufriedenstellenden Supervision. Zufrieden zeigten sich unsere Psychotherapeuten in Ausbildung auch mit den Theorieveranstaltungen („Theorie“): Bewertet wurde der persönliche Lerngewinn durch die Theorieveranstaltungen („Lerngewinn-I“), sowie die Ausbildungselemente bzgl. ihrer Bedeutung für den persönlichen Lerngewinn und die Relevanz für die eigene therapeutische Praxis („Lerngewinn-II“). Gerade die Bedeutung der Veranstaltungen in pragmatischer Hinsicht, also die Anwendbarkeit der Inhalte auf die therapeutische Praxis wurde gut bewertet. Allgemein unterliegt die Bewertung der Theorieveranstaltungen aufgrund deren Vielfalt einer großen Variation.
Hinsichtlich der Dozenten äußerten sich die Ausbildungsteilnehmer ebenso zufrieden bis sehr zufrieden („Dozentenbewertung“): Sie wurden hinsichtlich ihrer Sympathie und Fachkompetenz durchschnittlich überaus positiv bewertet.
Die Dozenten ihrerseits zeigten sich auch sehr zufrieden bezüglich der Motivation und der Vorkenntnisse der Teilnehmer („Ausbildungsgruppen“) und bewerteten auch das Institut („Ausbildungsinstitut“) sehr zufriedenstellend.
Skalierung/Bewertung:
5 = sehr zufrieden
4 = zufrieden
3 = bedingt zufrieden
2 = unzufrieden
1 = absolut unzufrieden
Datenquellen:
J-FB: Jahresrückmeldebögen (n=33): Gesamtbeurteilung der Ausbildung durch die Teilnehmer selbst
T-FB: Teilnehmerfragebögen (n=26214): Beurteilung der Dozenten und der Veranstaltungen durch die Teilnehmer selbst
D-FB: Dozentenfragebögen (n=185): Beurteilung der Ausbildungsgruppe und der Ausbildungsinstitutes durch die Dozenten
Bewertung des Beziehungsorientierten VT-Ansatzes der APP KÖLN
Zum Ausbildungskonzept der APP KÖLN
Die Ausbildung für Psychologische Psychotherapeuten der APP-KÖLN richtet sich konzeptionell an einem beziehungsorientierten Modell der Verhaltenstherapie aus. Es geht darum, unterschiedliche verhaltenstherapeutische Vorstellungen von der Funktionsweise des Seelischen und der Behandlung von seelischen Störungen in der Ausbildung zu vermitteln.
Im Rahmen der Ausbildung soll zunächst verdeutlicht werden, was die jeweiligen Verhaltenstherapieschulen von ihrem theoretischen Denkmodell her behandeln wollen und können. Es soll sich vermitteln, dass nicht jede Schule alles kann, sondern dass verschiedene Erklärungsmodelle unterschiedlich effiziente Wirksamkeiten für einzelne seelische Störungen produzieren.
Hierbei geht es ausdrücklich nicht darum, in der Ausbildung einen eklektizistischen Bauchladen einzelner Behandlungsmethoden anzubieten, sondern vielmehr darum, über Wissensvermittlung und praktische Anleitung hinaus eine individuelle psychotherapeutische Stilbildung zwischen eigener Vorerfahrung, den gelehrten "historischen" Verhaltenstherapiemodellen bis hin zu "modernen" Ansätzen wie Schematherapie und klärungsorientierte Psychotherapie sowie, im Bereich der Grundausbildung, auch tiefenpsychologischen, analytischen, systemischen Verstehens- und Behandlungsweisen zu ermöglichen. Wichtig erscheint, dass es im Seelischen nichts "Fertiges" gibt, sondern dass auch "Ausbildung" ein nie endender Prozess der Auseinandersetzung ist. Die Ausbildung einer eigenen verhaltenstherapeutischen Identität kann nur zustande kommen in einem ständigen Austausch zwischen Aneignung von Theoretischem und praktischer Erfahrung in der Behandlung eigener "Fälle". Dies geschieht im Rahmen der Ausbildung in einem Raum zwischen Vorlesungen, Seminaren und Erfahrungen aus der praktischen Tätigkeit mit Patienten in Kliniken und Praxen, sowie der Reflektion in Supervision und Selbsterfahrung.
Lernziele der Vorlesungen und Seminare
- Geschichte und verschiedene Versionen der VT (kognitive VT, RET, usw.)
- Erlernen von verhaltenstherapeutischen Techniken und Interventionen
- Ausbildung eines verhaltenstherapeutischen Verstehensmodells, aus dem heraus sich selbständig ein angemessenes therapeutisches Vorgehen ableiten lässt
- Arbeiten mit Strukturierendem (Manuale) und Improvisation (Umgehen mit Überraschendem, Lernen, dass PT nicht gänzlich planbar ist)
- Lernen, in Entwicklungen zu denken und Widerständiges, Gegenläufiges und zunächst Unversöhnliches auszuhalten
- Zentrieren und Fokussieren lernen (zentraler Beziehungskonflikt, Beziehungsorientierung)
- In den ersten Behandlungsstunden das Kunststück der Bewältigung der Gleichzeitigkeit von Beziehungsaufnahme, Beziehungskontrolle, sorgfältiger Diagnose, Entwicklung eines VT-Störungsmodells, Entwurf eines Berichtes an den Gutachter sowie einer ausreichenden Selbstreflektion hinzukriegen.
- Mit der speziellen Psychologik zu rechnen, d.h. mit der Mehrdimensionalität und der Überdeterminiertheit des Seelischen umgehen können
- Ein Gespür für die Inszenierungen in einer Psychotherapie zu entwickeln
- Zusammenbringen von VT-Methoden und psychotherapeutischer Beziehung (Schema-Therapie, komplementäre Beziehungsgestaltung)
Zusammenbringen von VT-Methoden und Methoden aus anderen Schulen (was geht und was geht nicht?, Was kann in das verhaltens-/lerntheoretische Konzept übersetzt und somit auch von ihm aus genutzt werden?) Ein eigenes Selbstverständnis und eine professionelle Identität entwickeln
Lernziele der Supervision
- Anwenden von verhaltenstherapeutischen Techniken und Interventionen
- Fokussierung auf die therapeutische Beziehung
- Fokussierung auf das zentrale Beziehungskonfliktthema
- Austausch zwischen Aktualisierungen in der therapeutischen Beziehung und lerngeschichtlichen Erfahrungen
- Erlernen des Übersetzens von zunächst "Fremdem" in eine verhaltenstherapeutische/lerntheoretische Sprache
- Erkennen der Grenzen des eigenen theoretischen Konzeptes
- Erkennen der Grenzen der eigenen Möglichkeiten, Behandlung zwischen Erfolg und Scheitern
Lernziele der Selbsterfahrung
- Selbst-Erfahrung in der Auseinandersetzung mit der eigenen Entwicklung zwischen Theorie und Praxis
- Erfahrung verhaltenstherapeutischer Techniken und Interventionen aus der Sicht des Behandelten
- Systematische Selbst-Erfahrung zwischen anderen Ausbildungsteilnehmern (Gruppenselbsterfahrung) und konfrontiert mit einem Selbsterfahrungsleiter (Einzelselbsterfahrung)
- Selbst-Erfahrung in der verhaltenstherapeutischen Situation
- Erarbeiten eines individuellen verhaltenstherapeutischen Selbstkonzeptes
- Erfahren von strukturierter Selbsterfahrung (Biographie und eigene Lerngeschichten, Gruppenprozesse erfahren, Erfahren von Konfrontationen, z.B. Fallschirmspringen, Erfahrungen mit eigenen Fällen)
- Erfahren von unstrukturierter Selbsterfahrung (nicht zielgerichtet, Umgang mit Ungeplantem, Umgang mit Widerständigem, Umgang mit Nichtvorhersehbarem, Improvisieren-Können)
Der umfassende Rahmen: Die Konzeptseminare zur Beziehungsorientierten Verhaltenstherapie
Darüber hinaus gilt es, der Ausbildung einen Sicherheit gebenden Rahmen zur Verfügung zu stellen, der den PsychotherapeutInnen in Ausbildung hilft, die im Verlauf der Ausbildung jeweils für sich vermittelten Inhalte und Methoden und die praktischen Erfahrungen in einen effektiven Aneignungsprozess zu bringen. Dabei ist wie oben erwähnt mit einer anfänglichen Überforderung und Irritation zu rechnen.
Hauptanliegen ist es, die verhaltenstherapeutischen Methoden und die therapeutische Beziehung zusammenzufügen. Über das Kennenlernen der Handhabung der therapeutischen Beziehung in den verschiedenen Therapieschulen und v.a. in der modernen Verhaltenstherapie (beziehungsorientierte VT, klärungsorientierte VT, komplementäre bzw. motivorientierte Beziehungsgestaltung, Schematherapie, allgemeine Psychotherapie) soll ein eigenständiges,intermethodales Beziehungs- und Behandlungsmodell entwickelt werden.
Der methodische Rahmen hierfür soll durch sogenannte " Konzeptseminare zur Beziehungsorientierten Verhaltenstherapie " ermöglicht werden, die die Ausbildung regelmäßig begleiten und dem Ausbildungsteilnehmer helfen sollen, eine eigene psychotherapeutische Identität herauszubilden.
Mögliche Inhalte von Konzeptseminaren zur Beziehungsorientierten Verhaltenstherapie
- Therapieplanung und Therapiegestaltung
- Beziehungsorientierung und Beziehungsgestaltung
- Hilfe bei der Integration der eigenen Erfahrungen aus der praktischen Tätigkeit in Kliniken und Praxis
- Thematisierung der Selbsterfahrung in der praktischen Tätigkeit in Kliniken und Praxis
- Kasuistisch-technische Seminare, in denen durch und mit erfahrenen "Praktikern" unterschiedlichen Herkommens modellhaft eine Integration von zunächst Disparatem zu einem APP Köln-spezifischen Arbeitskonzept gefördert werden soll
Seminare zum "Konzept der beziehungsorientierten Verhaltenstherapie" der APP Köln
Diese Seminare sollen im Sinne der Meta-Veranstaltungen helfen, Gegensätzliches, sich einstellende Widersprüche und die sich daraus ergebenden Spannungen in einer psychologischen Dialektik immer wieder zu synthetisieren, und zu verstehen, dass jede "Lösung" zwangsläufig neue Fragen aufkommen lässt. Dabei muss klar werden, dass es keine endgültigen, "märchenhaften" Lösungen gibt, sondern dass dieses Hin und Her von Spannung und Auflösung den Prozess in Entwicklung hält. "Beziehungsorientiert" heißt von hier aus, darauf zu achten, wie die entsprechenden Entzweiungen und Versöhnungen auch immer wieder in den gelebten Beziehungen zum Ausdruck kommen.
Vielmehr möchten wir unsere Teilnehmer mit unserem Konzept darin unterstützen ihre individuelle therapeutische Identität auszubilden.
Durch die Vielzahl und Unterschiedlichkeit der Erfahrung kann natürlich eine gewisse Spannung oder Unsicherheit entstehen. Diese ist durchaus gewünscht. Es ist nach unserer Auffassung wichtig auch dies aushalten zu können, kommt es doch in unserer Arbeit mit den unterschiedlichsten Menschen vor, dass Spannungen auftreten. Therapie ist ein Prozess, der nicht immer gradlinig und nach Manual verläuft, in dem es Unwegsamkeiten gibt. Die Therapieausbildung soll die Teilnehmer dazu befähigen diesen Prozess zu begleiten.
Dies stellt eine Herausforderung auf verschiedenen Ebenen für die Ausbildungsteilnehmer dar, zum einen in Bezug auf das therapeutische Handwerkszeug, zum anderen in Bezug auf die eigene Persönlichkeit und das Arbeiten mit Menschen. Diese unterschiedlichen Ebenen sollen zueinander in Beziehung gesetzt werden. Auch das verstehen wir unter beziehungsorientierter Psychotherapieausbildung.
Ausbildungsteilnehmer zur Akzeptanz der Konzeption der Ausbildung bei der APP KÖLN
Im Dezember 2007 wurden die PsychotherapeutInnen in Ausbildung zur Akzeptanz und zur Umsetzung des Konzeptes einer beziehungsorientierten Verhaltenstherapie bei der APP Köln befragt. Die Ergebnisse lassen eine erste kritische Bewertung der Ausbildung bei der APP KÖLN zu.
Neben den konstruktiven Diskussionen in den curricularen Veranstaltungen vermittelt der Dialog mit den Ausbildungsteilnehmern über das Konzept einer beziehungsorientierten Verhaltenstherapie weiterführende Anregungen zur Weiterentwicklung der Konzeption der APP KÖLN und deren Umsetzung in der theoretischen und praktischen Ausbildung.
Im Folgenden möchten wir die Auswertungsergebnisse zusammenfassend vorstellen.
Aussage 1
Ich habe bereits vor Ausbildungsbeginn psychotherapeutisch gearbeitet:

Aussage 2
Bei der Wahl der APP KÖLN als Ausbildungsinstitut hat für mich das Angebot der Vermittlung eines integrativen Therapieansatzes eine wichtige Rolle gespielt.

Aussage 3
Ich erlebe die möglicherweise wahrgenommene Vielfalt der unterschiedlichen Supervisionsangebote für die Entwicklung meines therapeutischen Selbstverständnisses als

Aussage 4
Ich erlebe für die Weiterentwicklung meines therapeutischen Selbstverständnisses als besonders hilfreich:

Aussage 5
Ich glaube, dass die Ausbildungskonzeption der APP KÖLN in ihrer derzeitigen Form geeignet ist, mir einen schulübergreifenden Therapieansatz praxisbezogen zu vermitteln

Zusammenfassend freuen wir uns, dass die Ergebnisse unser Befragung eine generelle Bestätigung für unser Angebot der Vermittlung des Konzeptes zu einer beziehungsorientierten Verhaltenstherapie darstellen. 86,7% der Ausbildungsteilnehmer empfinden die Konzeption bisher als gelungen. Weiterhin entnehmen wir den Aussagen und Wünschen der Teilnehmer wichtige Anregungen für weitere konzeptionelle Überlegungen zu unserem Ausbildungsangebot sowohl unter inhaltlichen als auch didaktischen Gesichtspunkten. Dabei halten wir das Konzept einer beziehungsorientierten Verhaltenstherapie für inhaltlich notwendig, zukunftsfähig und in seiner Vermittlung von unseren Auszubildenden gewollt. Die Weiterentwicklung und die didaktisch-methodische Vermittlung der Konzeption werden auch zukünftig im Dialog mit den Ausbildungsteilnehmern der APP KÖLN stattfinden.
Wenn Sie unser Konzept ausführlicher kennen lernen möchten, können Sie sich folgendes PDF-Dokument herunterladen.
Vielen Dank für Ihr Interesse an der APP KÖLN.