Curriculum
Die Ausbildung im Vertiefungsgebiet "Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie" bzw. im Vertiefungsgebiet "Verhaltenstherapie" erfolgt wahlweise als Vollzeitausbildung über 3 Jahre oder in Teilzeitform über 5 Jahren. Sie gliedert sich inhaltlich in "Praktische Tätigkeit", "Theorieausbildung", "Selbsterfahrung" und "Praktische Ausbildung unter Supervision" und endet mit der Erlangung der Voraussetzungen zur Anmeldung zur staatlichen Abschlussprüfung. Die Abschnitte überschneiden sich zeitlich. Vorgesehen sind entsprechend der staatlichen Vorgabe insgesamt 4.200 Stunden innerhalb von 3 Jahren bzw. 5 Jahren.
Praktische Tätigkeit
Die "Praktische Tätigkeit" dient dem Erwerb praktischer Erfahrungen in der Behandlung von Störungen mit Krankheitswert, bei denen Psychotherapie indiziert ist sowie dem Erwerb von Erfahrungen in der Abgrenzung von psychotischen von neurotischen Krankheitsbildern. Sie umfasst mindestens 1800 Arbeitsstunden und ist in einem Zeitraum von erfahrungsgemäß ca. 18 Monaten oder länger (falls in Teilzeitform), ggf. in Abschnitten, zu absolvieren: erstens (mit 1.200 Stunden) an einer kooperierenden Psychiatrischen Klinik sowie zweitens (mit 600 Stunden) an anderen kooperierenden Einrichtungen der psychotherapeutischen oder psychosomatischen Versorgung, z.B. psychosomatische Kliniken, Kur-Kliniken, Lehrpraxen von niedergelassenen Ärzten und Psychologischen Psychotherapeuten. Die Vermittlung dieser Praktika erfolgt durch die APP KÖLN nach Abstimmung mit den Teilnehmern.
Theoretische Ausbildung
Die "Theoretische Ausbildung" dient der Vermittlung von Grundkenntnissen für die psychotherapeutische Tätigkeit sowie von Spezialkenntnissen im Schwerpunktverfahren Verhaltenstherapie oder Tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie, auch in Gruppen-Psychotherapie. Sie umfasst insgesamt 600 Unterrichtsstunden, davon 200 Stunden Grundkenntnisse und 400 Stunden vertiefte Ausbildung in Tiefenpsychologie oder Verhaltenstherapie, mit einer anteilig höheren Stundenzahl in den ersten zwei Jahren. Die Seminare finden nur am Wochenende als ein- zwei- oder dreitägige Veranstaltungen in den Räumen der APP KÖLN in Köln-Porz statt. Die Theorie-Vermittlung erfolgt anwendungsbezogen und praxisnah. Behandlungstechniken werden in kleinen Gruppen eingeübt, Falldarstellungen und Demonstrationen der praktisch-psychotherapeutischen Arbeit der Dozenten sind durchgängig vorgesehen. Die Inhalte der Theorieausbildung sind in einem separaten Curriculum VT und Curriculum TP beschrieben.
Selbsterfahrung
Die "Selbsterfahrung" ist eine verhaltenstherapeutisch oder tiefenpsychologisch fundierte Reflexion und Modifikation persönlicher Voraussetzungen für das therapeutische Erleben und Handeln. Um den für jede Psychotherapie bedeutsamen Aspekt der therapeutischen Beziehung nicht nur über die Selbsterfahrung in der Gruppe kennenzulernen, legt die APP KÖLN besonderen Wert auf die Einzelselbsterfahrung (VT 15 Stunden, TP 45 Stunden), die obligatorisch ist. Einbezogen in die Selbsterfahrung werden die individuellen biographischen Grundlagen sowie die bedeutsamen Aspekte des Erlebens und Handelns im Zusammenhang mit therapeutischen Beziehungen und mit der persönlichen Entwicklung im Ausbildungsverlauf. Die Gruppenselbsterfahrung findet in der Anfangsphase der Ausbildung sowie gegen Ende statt. Die Einzelselbsterfahrungsstunden sollen nach der Zwischenprüfung beginnen.
Praktische Ausbildung unter Supervision
Die "Praktische Ausbildung unter Supervision" dient der Vertiefung von Kenntnissen und praktischen Kompetenzen bei der Behandlung von Patienten. Sie beginnt frühestens nach der Zwischenprüfung und ist in der Ausbildungsambulanz der APP KÖLN abzuleisten. Es sind mindestens 600 Behandlungsstunden selbständig durchzuführen und schriftlich zu dokumentieren. Dazu ist Supervision (mit mindestens 150 Stunden, davon mindestens 50 Stunden im Einzelformat und mindestens 100 Stunden in Kleingruppen) obligatorisch.
Die APP KÖLN hat von der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein eine Ermächtigung für ihre Ausbildungsambulanz. Psychotherapeutische Behandlungen können über die APP KÖLN mit den Krankenkassen abgerechnet werden. Die erzielten Ambulanz-Einnahmen dienen in erster Linie der Finanzierung der Ambulanz; etwaige Überschüsse werden anteilig zugunsten der behandelnden Ausbildungsteilnehmer verwendet.
Vor Beginn der Praktischen Ausbildung, d. h. vor der eigenverantwortlichen Übernahme von Ausbildungsfällen, ist eine mündliche Zwischenprüfung (Gruppenprüfung) abzulegen, außerdem ist nachzuweisen, dass mindestens 50% der Praktischen Tätigkeit (900 Stunden) sowie mindestens 300 Stunden Theorie sowie 50 Stunden Selbsterfahrung absolviert wurden.