Systemische Therapie (PP-ST)

Die Systemische Therapie ist ein wissenschaftlich anerkannter psychotherapeutischer Ansatz, der hauptsächlich auf das System Familie als soziale Einheit ausgerichtet ist. Dies unterscheidet ihn von anderen psychotherapeutischen Ansätzen, wie etwa der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie oder der Verhaltenstherapie, deren Schwerpunkt auf dem Individuum liegt.

Die systemische Perspektive betrachtet die Probleme des Individuums immer in Bezug auf die verschiedenen Kontexte, in denen der Einzelne lebt: zum Beispiel als Partner in einer Paarbeziehung, als Familienmitglied, als Person mit besonderem kulturellem und/oder religiösem Hintergrund. In der systemischen Therapie wird dem Aspekt „Kontext“ eine übergeordnete Bedeutung für die Entwicklung und die Gesundung des Einzelnen beigemessen.

Im Rahmen der Systemischen Therapie kann sowohl mit dem gesamten System, als auch mit Teilsystemen und Einzelpersonen gearbeitet werden. Die Systemische Therapie wendet sich dementsprechend an Familien, Paare, Gruppen, aber auch an Einzelpersonen.

Die therapeutischen Interventionen innerhalb der systemischen Therapie zielen auf Veränderungen im Klientensystem ab. Hierbei geht es um eine Veränderung von zur Homöostase – und damit zur Aufrechterhaltung problematischer Strukturen – tendierenden Systemen mit Hilfe einer Initiierung von Irritation, die dann das erstarrte System in Bewegung und zu Neuorganisation bringt. In diesem Prozessverständnis nimmt daher der Therapeut zunächst eine aktive Haltung im Therapieprozess ein, die dann bei Irritation des Systems in eine begleitende Haltung mündet. Mit zunehmender Kenntnis der Wirklichkeitskonstruktionen des Klientensystems werden hypothesengeleitet anschlussfähige aber prinzipiell verstörende Interventionen angewandt (angemessene Ungewöhnlichkeit). Dem Therapieprozess gilt dabei besondere Aufmerksamkeit, um das Klientensystem einerseits im therapeutischen Prozess zu halten und andererseits mithilfe von als neu und ungewöhnlich erkannten Interventionen einen Veränderungsprozess zu initiieren. Die Veränderung selbst ist dann im systemischen Verständnis nicht das Ergebnis eines therapeutischen Einflusses, sondern die vom System selbst generierte Konsequenz einer mit gezielten Interventionen initiierten Irritation.
In der Regel ist nicht vorherzusehen, wie sich ein System auf eine Intervention hin verändern wird. Die Vorstellung einer linearen kausalen Verknüpfung vom Wenn-Dann-Typ wird daher aufgegeben bzw. im Sinne der Komplexitätstheorie erweitert. Erfolg oder Misserfolg therapeutischen Handelns lassen sich also ebenfalls nicht linear-kausal vorhersagen. Vielmehr sind sie das Ergebnis einer therapeutischen Irritation des erstarrten Systems, welches mithilfe dieser Irritation im Falle des Erfolges zu einer subjektiv angemesseneren Lösung finden kann, die aber nicht exakt vorhersehbar ist.

 

Fachlich wird unsere Ausbildung in Systemischer Therapie von der APF – Arbeitsgemeinschaft für psychoanalytisch-systemische Praxis und Forschung e.V. – betreut.

https://apf-koeln.de/  

 

Informationen zur Anerkennung der Wirksamkeit der Systemischen Therapie finden Sie u.a. hier:

https://www.bptk.de/aktuell/einzelseite/artikel/wirksamkeit.html

https://www.bptk.de/presse/pressemitteilungen/einzelseite/artikel/wirksamkeit-2.html