Lebensgeschichten als Spiegel von Familiennarrativen

26.08.2026

Zweitägige Trauma-Fortbildung mit Martina Hahn und Leon Engler vermittelt die mögliche Konstruktion, Deutung und Integration von Biografien im Kontext transgenerationaler Prozesse.

Lebensgeschichten beginnen lange vor der eigenen Geburt. Familienerinnerungen, Beziehungserfahrungen und historische Kontexte verweben sich zu einem roten Faden, der oft weit über die eigene Generation hinausreicht. Wie sich solche transgenerationalen Prozesse lesen lassen, um Zusammenhänge und die Wirkung auf individuelle Biografien besser zu verstehen – das ist das zentrale Thema einer zweitägigen Fortbildung im November in Köln.

Der anamnestisch-biografischen Annäherung widmet sich Leon Engler am im ersten Teil der Veranstaltung. Der Psychologe, Kulturwissenschaftler und Autor arbeitet heraus, wie sich Familiengeschichte therapeutisch erschließen lässt. Im Fokus stehen Formen transgenerationaler Weitergabe, innerfamiliäre Wiederholungsdynamiken sowie Grenzen und Möglichkeiten biografischer Erkenntnis. Anhand von literarischen Beispielen tauchen die Teilnehmenden in ihren eigenen Lebensroman ein und erkunden ihn als subjektive Erzählung von Herkunft und Identität.

Traumabezogene Dimension

Die affektive, leibliche und traumabezogene Dimension behandelt Martina Hahn im zweiten Teil. Die Psychologische Psychotherapeutin, Dozentin und langjährige Weggefährtin von Professor Luise Reddemann erläutert die Bedeutung von Körpergedächtnis, Affekten wie Scham und Schuld sowie innerer Anteile und Selbstmitgefühl für den therapeutischen Prozess. Ziel ist, eine empathiebasierte Haltung zu entwickeln und Menschen dabei zu unterstützen, ihre Lebensgeschichte anzunehmen und darin neue Handlungsspielräume zu entdecken.

Die Veranstaltung verbindet theoretische Impulse, Fallbeispiele, Selbsterfahrungsanteile und bietet Raum für fachliche Diskussionen. Fortbildungspunkte sind bei der Psychotherapeutenkammer NRW beantragt.

Fortbildung:

Narrative des Wahnsinns und Psychotherapeutische Aneignung – Die Verarbeitung transgenerationaler Themen

20. & 21. November

10-17.30 Uhr

mittendrin – Forum St. Josef, Friedrich-Ebert-Platz 3, 51143 Köln

Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt, eine Anmeldung ab sofort möglich.